KLM zeigt in diesem Case wie man als Fluglinie Social Media (hier insbesondere Twitter & foursquare) zur Kundenbindung nutzen kann. Sehr nette Idee…
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Das Social Media Desaster
Es hätte großartig werden können. Vodafone spielt bei der aktuellen Brand Refresh – Kampagne „Es ist Deine Zeit“ als erster großer Konzern in Deutschland konsequent die Social Media Karte. Es hätte der große Durchbruch für Social Media Marketing sein können. Wie es ausschaut entwickelt es sich aber zum Desaster. Was ist passiert? Auf dem ersten Blick hat Vodafone alles richtig gemacht. Man vertraute auf eine Kreativagentur (Scholz & Friends), die als eine der wenigen klassischen Werbeagenturen einen Social Media Experten auf der Lohnliste hat, man engagierte mit Ute Hamelmann und Sascha Lobo aktive Blogger als Art Testimonials und sicherte sich einen Auftritt auf allen relevanten Social Media Portalen.
Die Mechanik ist denkbar einfach: Eine Kampagnenseite, ein Corporate Blog, sowie ein Twitter-Account, Profile bei Facebook und MySpace, ein StudiVZ Edelprofil usw.. Man kümmerte sich also um die Infrastruktur, um mit dem (potentiellen) Kunden im sogenannten Web 2.0 in den Dialog zu treten. Startschuss der Kampagne war eine live im Internet gesendeten Pressekonferenz bei der der interessierte User die Möglichkeit hatte über Facebook zu kommentieren oder Fragen zu stellen.
Als erste Reaktion gab es in der Internetgemeinde eine Debatte, ob ein mehr oder weniger prominenter Blogger wie Sascha Lobo sich als Art Testimonial (er taucht im TV-Spot, sowie auf Plakaten auf) für so eine Kampagne hergeben darf. Die Diskussion war teilweise sehr absurd und erinnerte mich ein wenig an die Musikszene, wo ja auch schon seit gefühlten tausend Jahren über kommerziellen Ausverkauf und Verrat an der Indie-Szene diskutiert wird. Anscheinend ist es der Bloggerszene entgangen, dass der Herr Lobo zwischen seinen Blogeinträgen auch ein wenig Geld benötigt, welches er seit Jahren als Autor und Kommunikationsexperte (also WERBER) verdient. Relativ souverän reagierte er dann in seiner gewohnten Art mit einem Selbst-Interview.
Vodafone hatte es also geschafft eine Debatte in Gang zu setzten. Nur schade das es dabei um Sascha Lobo und nicht um die Produkte von Vodafone ging.
Am 20. Juli meldete sich dann ein weiteres Testimonial zu Wort. Die Bloggerin Ute Hamelmann postete mit „Twittermoms“ Ihren ersten Artikel auf dem neuen Vodafoneblog. Im Prinzip ein netter, mehr oder weniger persönlicher Post bei dem ein paar abschließende Sätze für den einen oder anderen kritischen Beobachter dann doch eine Spur zu werblich rüber kamen:
„ Seit drei Monaten habe ich ein neues Handy, das HTC Magic mit Internetanschluss. Tolles Ding, mit wenig Knöpfen dran, das ist äußerst praktisch. Mein altes Handy hatte viel zu viele Knöpfe. Zu viele Knöpfe sind nicht gut, da gibt es für mich zu viele Möglichkeiten, versehentlich an ein Knöpfchen zu kommen. Mit dem neuen Handy geht das alles zum Glück leichter, ich erwische immer das richtige Knöpfchen und ich kann die Fotos sogar direkt auf die Plattform Flickr ins Internet hochladen und in mein Blog stellen. So geht mir nichts mehr verloren und meine Handyrechnung beschert mir seitdem auch keine böse Überraschung mehr.“
Dieser Eintrag sorgte dann bei dem einen oder anderen Mitglied des Web 2.0 dafür, dass das Fass überlief: Innerhalb kürzester Zeit gab es 200 überwiegend negative Kommentare, die teilweise die Grenze guten Geschmacks übertraten bis hin zu persönlichen Beleidigungen.
Ute Hamelmann reagierte prompt:
“Liebe Blogleser, die Vodafone-Kampagne hat in der Blogosphäre für mehr Trubel gesorgt, als ich ahnte. Ich könnte darüber einiges schreiben und es richtigstellen, verkneife es mir aber, weil mir ab jetzt anscheinend ohnehin jedes Wort im Mund umgedreht wird und rechtfertigen, klarstellen, all dies überhaupt keinen Sinn mehr hat.” (süddeutsche.de)
Als Zwischenfazit kann man also festhalten: Vodafone hat es geschafft Thema bei der sogenannten „Generation Upload“ zu werden, den Dialog hätte man sich vermutlich aber anders vorgestellt. Konsequenz für viele Marketer wird nach diesem Desaster sein, erstmal die „Füße still zu halten“. Es ist vermutlich nicht vorstellbar, das nochmal ein Unternehmen der Vodafone-Kategorie den gleichen, auf dem ersten Blick konsequenten, Weg geht.
Meine Meinung dazu: Richtig so, Social Media Marketing heißt im ersten Schritt sowieso ZUHÖREN. Profile in allen Social Media relevanten Portale machen allein kein Social Media Marketing aus. Im Prinzip hat Vodafone Push-Kommunikation im Social Web praktiziert und wurde dafür in den letzten Tagen böse abgestraft. Ich bin mal gespannt wie sich die Sache entwickelt und wie lange es dauert bis „Gras über die Sache wächst“.
Die Antwort von CNN auf Ashton Kutcher
Die Antwort von CNN auf das Viral Video von Ashton Kutcher (siehe post von gestern) ließ nicht lange auf sich warten. Der CNN Talkmaster Larry King nutzt ebenfalls die Form des (viralen) Online Videos um zu reagieren.
Mehr bei TechCrunch….
St.Pauli Fans twittern nicht nur im Netz
Ganz witzig, gerade bei http://twitter.com/lgraef gesehen. Beim nicht gerade friedlichen Zweitliga Nordderby zwischen dem FC St. Pauli und Hansa Rostock bewiesen die Fans der braun-weissen, dass sie zur Generation Twitter gehören. Fehlte eigentlich nur noch die tinyurl…
Quelle: http://www.blumi.r-scooter-c.de/Groundhoppers-Rinteln/
Das Spiel endete übrigens 3:2 für die Hamburger, trotz einer Rostocker 2:0 Führung nach nur 5 Spielminuten. Konsequenz für den Rostocker Trainer Dieter Eilts war der Rausschmiß. Ersetzt wird er durch den ehemaligen Hansatrainer (Saison 99/00) Andreas Zachhuber. Zachhuber kommt vom Fünftligisten Greifswalder SV. Irgendwie scheinen den Verantwortlichen der Hansa Kogge die Ideen auszugehen. Rydlewicz als Manager und Zachhuber als Coach hört sich für mich nicht gerade nach großer Zukunft an, allerdings bin ich natürlich nicht wirklich involviert und nur oberflächlich informiert. Hoffen wir mal das Beste für den letzten Meister der DDR Oberliga und wünschen Ihnen den Klassenerhalt.
Konsequent Web 2.0
Der Sieger aller Wettbewerbe 2009 die das kreative und konsequente Umsetzten von Social Media Marketing prämieren, dürfte feststehen:
Die Marketingverantwortlichen der Süßwarenmarke Skittles ersetzten die klassische Website komplett durch Web 2.0 – Anwendungen.
Nach Eingabe der URL skittles.com gelangt der User auf den Skittles Eintrag des Mitmach-Nachschlagewerks Wikipedia. Lediglich ein “gebrandetes” Widget weißt daraufhin, dass der User gesteuert und nicht fehlgeleitet hier landet.


Mit dem Widget spielen die Verantwortlichen dann die komplette populäre Web 2.0 Klavitatur: Wenn der User auf den Menuepunkt “Video” navigiert, dann wird er auf den Youtube Skittles Brandchannel verwiesen, bei “Foto” auf die Flickr Skittles Fotogroup, bei “Chatten” zum Skittles Twitter tweet und bei “Freunde” zur Skittles Facebookgroup mit einer beeidruckenden Anzahl von mehr als 590.000 Fans.